businessdistressed debtnon performing loansDistressed Debt- Die Gewinner der Coronakrise

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Überblick

So pervers es in diesen harten Zeiten klingen mag: es gibt auch Gewinner der Corona-Krise. Das sind all diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren in Geduld üben mussten. Denn der Non-Performing-Loan-Markt, also der Markt, der sich mit notleidendem Geschäft beschäftigt, lag in den vergangenen, fetten Jahren der deutschen, aber auch internationalen Wirtschaft brach. All die Hedge- und Private Equityfonds, von denen so viele dachten, ihre Lebensphase sei endgültig vorbei- sie werden von dieser Krise profitieren, weil sie darauf spezialisiert sind, in „Distressed Debt“ zu investieren.

Distressed Debt

Wie der Name schon sagt: „Distressed“ ist eine Finanzierung immer dann, wenn sie in Stress geraten ist, wenn also wegen unterschiedlichster Gründe die Schulden („Debt“) nicht mehr bezahlt werden können- so etwa wegen der Coronakrise und der hierdurch entstehenden Engpässe für Unternehmen.

Strategien

Passive Anlagestrategien

Je nach Gewichtung der Probleme, in der sich ein Unternehmen befindet, bestehen unterschiedliche Investitionsmöglichkeiten. Beispiel: Flughäfen. An deutschen und europäischen Flughäfen ist derzeit der Betrieb praktisch nahezu komplett heruntergefahren. Immense Umsatzeinbußen sind die Folge. Bedeutet dies jedoch, dass die Flughäfen per se operativ bedroht sind? Es ist wohl davon auszugehen, dass auch nach der Coronakrise wieder geflogen wird- sei es geschäftlich oder privat, sprich, die Krise zeigt jetzt nicht, dass das Geschäftsmodell hinfällig ist, sie führt aber ganz sicher auch bei den Flughäfen über kurz oder lang zu Zahlungsschwierigkeiten. Anleihen solcher Unternehmen geraten unter Druck, weil institutionelle Anleger solcher Anleihen oftmals aufgrund bestehender Regularien gezwungen sind, ihre Position aufzulösen, wenn sich die Bonität der dahinterstehenden Unternehmen verschlechtert. In derartigen Situationen nutzen vor allem Hedgefonds die Gunst der Stunde und kaufen sich auf dem Tiefpunkt ein. Die dahintersteckende Strategie ist passiv, da sie nur darauf abzielt, passiv abzuwarten, bis die Bonität sich wieder verbessert hat und die Anleihewerte wieder steigen, um dann einen gewinnbringenden Exit zu realisieren.

Aktive Strategien

Hiervon abzugrenzen sind sog. aktive Investitionen, das heißt Investitionsformen, bei denen der jeweilige Investor eine Krisenphase dazu nutzt, um sich am Equity, also am Eigenkapital einer Firma zu beteiligen oder aber das in Schieflage geratene Unternehmen gleich ganz zu übernehmen. Hierdurch kann Kontrolle über das Unternehmen gewonnen werden, das dann mit dem eigenen Know-How durch und aus der Krise geführt werden kann. Sehr häufig konnten in der Vergangenheit aber auch Private Equity Investoren beobachtet werden, die nach dem Erwerb von Anteilen aktiv mit anderen Anteilseignern an der Restrukturierung des notleidenden Unternehmens mitwirkten, so den Eigenanteil stärken und dann einen Exit zu einem attraktiven Kaufpreis nach der Krise anstreben konnten.

Die Corona-Krise

Für Fonds und Anleger in „Distressed Debt“ war die Phase vor der Coronakrise eher schwierig. Aufgrund des allgemeinen Aufschwungs kamen schlicht nicht genug Unternehmen in Schieflage. Dennoch konnten Distressed-Debt-Investoren aufgrund ihrer äußerst erfolgreichen Vergangenheit auch in den vergangenen „fetten“ wirtschaftlichen Jahren jede Menge Geld für ihre Fonds einsammeln. Dieses „Dry Powder“ steht jetzt zur Verfügung, wenn sich Opportunitäten für diese Investoren auftun. Und das wird mit enorm hoher Wahrscheinlichkeit der Fall sein. Das Geschäftsmodell ist sowohl für die Fonds selbst, aber auch die kleinen Anleger in derartige Fonds lukrativ. Es wird auch in dieser Krise wie ein Katalysator wirken und für manche Unternehmen auch ungeahnte Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel den Weiterbestand des Geschäftsbetriebs und oftmals auch den Erhalt (zumindest eines Teils) von Arbeitsplätzen. Denn die Alternative zur Restrukturierung eines Unternehmens ist in Deutschland nur die Insolvenz- und da ist das Ziel dann nicht immer der Weiterbestand des Unternehmens, sondern oft nur noch die Liquidation von dem, was an Unternehmenswerten noch vorhanden ist. Fremde Investoren bergen immer auch eine Chance, auch, weil sie, wenn sie gut aufgestellt sind, echte Experten für Unternehmen in Krisenzeiten sind.

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